Läuft bei mir – in Sinsheim

10,6 Kilometer – ein Viertelmarathon. Und ich bin dabei…

Eigentlich bin ich gar kein Läufer. Joggen fand ich immer doof. Beim Sprinten in der Leichtathletik war ich gemessen an meiner Fitness immer viel zu langsam. Ich habe es einfach nie eingesehen, mir die Seele aus dem Leib zu rennen, weil drüben jemand mit einer Stoppuhr steht. Und jetzt – Viertelmarathon.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich ein paar Dinge verändert: weniger gegessen, mehr bewegt. Da mit über 100 Kilo nicht an Joggen zu denken war, ging es auf den Crosstrainer. Drei Monate, jeden Morgen um fünf, 30 Minuten. Anfangs anstrengend, nach ein paar Wochen meinen Ehrgeiz herausfordernd, auf lange Sicht öde. Aber joggen?

Im Spätherbst, mit unter 90 Kilo, dann die ersten zaghaften Versuche von Jogging. Schweißtreibend. Gott sei Dank bin ich viel zu technikaffin. Ich möchte wissen, wie weit ich da eigentlich renne. Also tracke ich mit Runtastic die Strecke und die Zeit. Mein Gott, bin ich langsam. Aber die Durchsage der verbrauchten Kalorien hält mich bei der Stange. Außerdem sieht man auch ein bisschen Gegend.

Aber im Winter läuft man ja nicht. Also ein wenig mehr Ausdauer- und Krafttraining im Zimmer. So richtig spannend ist das auch nicht.

Also bin ich dann im Frühjahr doch wieder nach draußen gegangen, um zu laufen. Nordsee! Keine Hügel, klare Luft, begrenzte Strecke (Juist ist halt nicht allzu groß). So langsam macht es Spaß. Schneller als im letzten Jahr bin ich auch. Der Crosstrainer wandert in die Zimmerecke.

Viele von meinen Sportklamotten passen zwischenzeitlich nicht mehr. Ich kaufe mir erstmalig Laufhemden in Größe M. Mit einem Kollegen, der wirklich läuft, unterhalte ich mich darüber. Er weist mich auf den Firmenlauf in Sinsheim hin, an dem er im Juli teilgenommen hat. 5 Kilometer, flache Strecke. Wäre doch was für mich. Wir verabreden lose, im nächsten Jahr dort zu starten. Als ich ihm meine aktuelle Kilometerzeit verrate, muss er sich ein Lachen verkneifen. Er läuft ungefähr zwei Minuten pro Kilometer schneller als ich. Indirekt fordert er mich damit ein wenig heraus, an meiner Zeit zu schrauben.

Auf der Suche nach einer kurzen Laufhose für den Sommer lande ich im Sportgeschäft. Auf dem Ständer liegt ein Flyer für den Kraichgaulauf in diesem Herbst. Ein Blick rein: Strecken von 5 bis 50 Kilometer. Ein Blick in meine Laufhistorie: 5 Kilometer laufe ich inzwischen öfter mal im Training. Eine richtige Herausforderung wären vielleicht die 10,6.

Ich habe keine Ahnung vom Laufen. Frage an den Experten im Kollegium: Meinst du, ich schaffe das? Bisher bin ich maximal sechs Kilometer gelaufen. Er fragt nach Geschwindigkeit und Puls, meint: Da geht noch was, das klingt nicht wirklich erschöpft. Der Lauf sei übrigens sehr schön, er sei die längeren Strecken dort schon öfter gelaufen. Ich schaue mir die Durchgangszeiten der Finisher an; diese sind sehr breit gefächert. Bei meinem aktuellen Tempo wäre ich also nicht direkt das Objekt von Schimpf und Schande.

Daheim überlege ich, wie ich meine Laufstrecke verlängern kann. Ich möchte nicht so gerne weiter weg laufen, falls ich doch nicht mehr kann und den weiten Weg zu Fuß gehen muss. Blick auf die Laufstrecke: Wenn ich einmal rum bin, kann ich ca. eine halbe Runde relativ harmonisch dranhängen. Außerdem hätte ich so zwei Anstiege, ähnlich wie die Strecke in Sinsheim.

Letzte Woche war ich so verrückt. Am Ende standen 8,5 Kilometer auf meinem Tracker. Stundenlang hätte ich jetzt nicht weiterlaufen können, aber ich war auch nicht tot.

To cut a very long story short: Ich bin angemeldet. Am 25.09. laufe ich meinen ersten Viertelmarathon in Sinsheim.

Von Beileidsbekundungen an der Strecke bitte ich Abstand zu nehmen.

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