Jugendwörter des Jahres?

Alle Jahre wieder – kommt das Christuskind, aber auch die Listen von „Wörtern des Jahres“. In diesem Jahr besonders spannend: Die Jugendwörter. Da ich ja gelegentlich mit Jugendlichen zu tun habe, dachte ich mir heute, ich probiere diese Wörter mal aus. Gut, als Deutschlehrer ist es einfach, das Wort „guttenbergen“ (angeblich gebraucht für den Vorgang des Abschreibens) in den Unterricht zu integrieren. Die Schüler kannten das Wort bzw. seine Bedeutung. Benutzt hat es aber noch niemand. Ich fragte danach einmal, welches Wort ihrer Meinung nach wohl das Jugendwort des Jahres wäre. Spontan kam „Fail“, was übrigens auf der Liste den zweiten Platz belegte. Hier schienen die Listenersteller also ziemlich nah am Puls der Zeit zu sein. Beim ersten Platz der Liste allerdings erntete ich wieder Unverständnis. Gut, man hat „Swag“ schon mal gehört und kann es auch mit dem entsprechenden YouTube-Video verbinden. Benutzt hat aber auch dieses Wort noch niemand aus dem Kreis meiner Schüler. Platz fünf, „googeln“ im Sinne von „irgendwas suchen, auch offline“, sorgte ebenfalls für Kopfschütteln. Nach „Körperklaus“ habe ich nicht gefragt, weil mir der Begriff in der heutigen Deutschstunde nicht eingefallen ist.

Ich gebe es zu: Das war keine repräsentative Umfrage. Ich habe halt spontan in einer Berufskollegsklasse nachgefragt. Vielleicht liegt die Unwissenheit meiner Schüler darin begründet, dass einige von ihnen „Landeier“ sind. Näher liegt für mich allerdings, dass diejenigen, die solche Listen füllen, noch weniger Jugendliche fragen und eher ihre Redaktionskollegen fragen, was sie für witzig und jugendlich halten bzw. wovon sie denken, dass Jugendliche es für witzig halten könnten.

Und da es wichtig ist, immer auch die Quellen zu nennen: Hier findet man die Liste.

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