Ein kurzer Überblick über OBS Studio

Jetzt haben wir OBS Studio eingerichtet und möchten endlich an die Arbeit gehen. Vorweg: OBS Studio kann sehr viel mehr, als ich hier beschreiben kann. Mir geht es um eine ganz schmale Anwendung für Nicht-Medienprofis.

Ruft man OBS Studio auf, präsentiert sich dem Benutzer erst einmal eine große, fast durchgehend schwarze Fläche. Im Zentrum sieht man das aktuelle Bild, also nichts, wenn noch nichts eingestellt ist. Wichtig sind die Elemente unten.

Szenen und Quellen

Szenen und Quellen sind das Herzstück der Bedienung von OBS Studio.

Eine Szene ist, vereinfacht gesagt, eine Ansammlung verschiedener Quellen, die miteinander zu einem Kamerabild kombiniert werden.

Quellen sind zum Beispiel das Bild der Webcam, Soundein- und -ausgang, Bilder, Programmfenster und externe Quellen.

Szenen und Quellen

Unten links finden wir die Liste der Szenen, in der erst einmal nur eine leere Szene zu finden ist. Füllen kann man diese nun, indem man in das Feld rechts daneben geht, die Liste der Quellen, die anfangs leer ist. Geht man nun auf das Plus-Zeichen am unteren Ende der Quellenliste, bekommt man die Auswahl der verfügbaren Quellentypen angezeigt. Davon gibt es eine ganze Menge:

  • Audioausgabeaufnahme: Hiermit kann ich einer Szene ein Audiosignal mitgeben, das vom PC, wie der Name schon sagt, ausgegeben wird, also zum Beispiel die Ausgabe meines Lautsprechers.
  • Audioeingabeaufnahme: Hier kann ich ein Audiosignal mitgeben, das in den Rechner hineingeht, also zum Beispiel das Signal eines externen Mikros. Diese Quelle benötige ich zum Beispiel, wenn ich mit OBS Studio ein Tutorial mit Ton aufnehmen möchte.
  • Bild: Wie der Name schon sagt, ein Bild. Hier könnte man zum Beispiel ein Logo einbinden, das immer am Bildschirmrand oberhalb des Kamerabildes erscheint. Bauchbinden wären ebenso als Bild einbindbar.
  • Browserfenster: Hier kann als Quelle ein Browserfenster eingebunden werden. Die Start-Adresse muss eingegeben werden. Die Seite ist dann zunächst statisch eingebunden. Möchte ich zeigen, wie etwa eine Webanwendung verwendet wird, binde ich dieses Fenster zunächst ein und gehe hinterher mit der rechten Maustaste darauf. Dort gibt es die Funktion „Interagieren“, mit der ich mich dann durch die Seite navigieren kann und dies direkt im Video angezeigt wird. Alternativ kann man diese Funktion aber auch mit der Fensteraufnahme realisieren.
  • Diashow: Einbindung einer Diashow. Man wählt entweder einzelne Bilder oder einen ganzen Ordner aus. Einzustellen sind dazu noch die Arten des Übergangs zwischen den Bildern und die Anzeigedauer.
  • Farbquelle: Hiermit kann ich eine einfarbige rechteckige Fläche definieren. An sich ist das erst einmal unspannend, außer man interessiert sich für Einblendungen oder Bauchbinden, wo wir darauf noch einmal eingehen.
  • Fensteraufnahme: Mit dieser Quelle hole ich das Fenster eines auf dem PC geöffneten Programms in mein Videobild. Das ist sehr interessant für Tutorials, wenn ich die Bedienung eines Programms zeigen möchte. Nachdem ich diese Quelle ausgewählt habe, möchte OBS Studio gerne von mir wissen, welches Fenster geöffnet werden soll. Wichtig: Wenn das Fenster irgendwie unvollständig kommt, mal die Aufnahmemethode ändern. Bei mir musste ich umschalten auf „Windows Graphics Capture“, damit das Fenster richtig integriert wurde.
  • Medienquelle: Hier kann ich eine Video- oder Audiodatei in die Szene einfügen.
  • NDI-Source: Dazu gibt es bald einen separaten Artikel. Hiermit kann ich andere Geräte im Netzwerk als Quelle einbinden (z.B. mein Tablet, mein Handy oder einen anderen PC im Netzwerk).
  • Spielaufnahme: Die Spielaufnahme ist ein Sonderfall der Fensteraufnahme, da sie noch einige spielspezifische Anpassungen erlaubt. Ich bin kein Gamer und kann daher dazu nichts sagen.
  • Szene: Ich kann hiermit eine komplette Szene in die aktuelle Szene integrieren.
  • Text (GDI+): Mit dieser Funktion kann ich Text in meine Szene integrieren. Diesen Text kann man entweder in den Eigenschaften der Quelle eingeben oder eine Textdatei verlinken, die den Text enthält.
  • Videoaufnahmegerät: Das Signal einer Videoquelle, etwa der angeschlossenen Webcam. Dies ist eigentlich mit die wichtigste Quelle.
  • Gruppe: Manchmal kann es sinnvoll sein, mehrere Quellen miteinander zu gruppieren. Hier wird also keine neue Quelle eingebunden, sondern nur Bestehendes organisiert.

Einstellung der einzelnen Quellen

Jede Quelle sollte bei ihrer Erstellung einen aussagekräftigen Namen bekommen, denn mit der Zeit wird es sonst unübersichtlich. Wichtig ist noch, dass die Quellen in mehreren Szenen eingesetzt werden können. Sie müssen dann nicht noch einmal eingerichtet werden, sondern werden als bestehende Quelle mit ihrem Namen eingebunden.

Jede Quelle kann mit dem Augensymbol rechts daneben aktiviert und deaktiviert werden. Das Schloss-Symbol ganz rechts neben der Quelle bewegt, dass diese Quelle nicht bewegt werden kann. Gerade wenn man mit mehreren Quellen in einer Szene hantiert, kann es schnell vorkommen, dass man die falsche bewegt.

Und was mache ich damit?

Bis hierhin spielen wir nur innerhalb des Programms herum und senden noch garn nicht. Um das zu ändern, müssen wir rechts unten das Menü „Steuerung“ ansehen. Hier gibt es mehrere Optionen:

  • Stream starten
  • Aufnahme starten
  • Virtuelle Kamera starten
  • Studio-Modus
  • Einstellungen
  • Beenden

Fangen wir mal von unten an: Mit „Beenden“ beenden wir das Programm. Die Einstellungen enthalten veränderbare Angaben zu den einzelnen Übertragungsarten und noch viel mehr, das ich hier nicht anreißen möchte.

Im Studio-Modus sehe ich zwei Bilder nebeneinander: Links die Szene, an der ich arbeiten oder die ich als nächstes zeigen möchte, rechts das Livebild. Um diesen Modus wieder zu verlassen, drücke ich noch einmal auf diese Taste.

Seit Version 26 von OBS Studio ist die Virtuelle Kamera fest integriert. Wenn ich „Virtuelle Kamera starten“ drücke, wird meine Szene als weitere Webcam in meiner Konferenzsoftware (also Teams, Big Blue Button, Jitsi, etc.) angeboten. Diese Funktion werden wir im Fernlernen benötigen.

„Aufnahme starten“ beginnt eine Aufnahme, die auf dem PC lokal gespeichert wird. Den Pfad kann man bei den Einstellungen verändern.

„Stream starten“ schließlich ermöglicht es, mein Bild von OBS Studio aus direkt bei einer Streamingplattform wie Twitch oder YouTube zu streamen. Diese Anwendung kam im ersten sogenannten Lockdown bei vielen Kirchengemeinden zum Einsatz, um den Gottesdienst den Mitgliedern live zu übertragen. Den Livestream benötigen wir im Online-Unterricht eher nicht so.

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