Linux Mint – ein Ubuntu für Faule?

An meinem Netbook möchte ich nicht schrauben, sondern nur arbeiten. Außerdem sollte es schnell und flüssig laufen. Zumindest Letzteres konnte man bei der Ubuntu Netbook Edition 10.10 nicht mehr behaupten. Ein Grund, sich mal Linux Mint genauer anzusehen.Dabei handelt es sich um ein Derivat von Ubuntu, das noch einsteigerfreundlicher und besser für den alltäglichen Einsatz sein möchte. Das klingt doch gut, und so habe ich dann mal die Probe aufs Exempel gemacht. Dabei habe ich gleich die Chance ergriffen, die SSD meines Netbooks vollständig zu bügeln und mein Windows XP dort platt zu machen.

Die Installation lief so, wie man es auch von Ubuntu kennt: Nach ca. 20 Minuten war das gesamte System mit allen wichtigen Applikationen auf der Platte. OpenOffice 3.2 musste ich leider wieder runterwerfen, weil sich die neue Version des ReportBuilders von Base nicht mit meiner Notendatenbank verträgt. Wegen unserer Schuldomäne brauchte ich noch Likewise Open, das ich aufgrund der Probleme seit Ubuntu 10.04 direkt von der Hersteller-Homepage gezogen habe. TrueCrypt musste natürlich auch auf den Rechner, damit ich an meine Notendateien komme. Ansonsten musste ich nichts verändern.

Was ist nun anders als bei Ubuntu? Zum einen sind alle Codecs, die man braucht, um MP3s zu hören oder Filme zu sehen, bereits integriert. Die Auswahl der Anwendungen ist der bei Ubuntu sehr ähnlich. Anders ist das Startmenü, das ein wenig an Suse und Windows 7 erinnert: Auch hier kann man Programme über ein Suchfeld schnell auswählen. Die Systemeinstellungen sollen bei Mint besser zugänglich sein als bei Ubuntu. Leider brauche ich sie nicht wirklich häufig, so dass dieser Vorteil sehr begrenzt ist.

Viel schneller als die neue Oberfläche von Ubuntu Netbook Edition ist die von Linux Mint leider auch nicht. Vor allem nach dem Anschalten des Netbooks vergeht sehr viel Zeit bis zum Loginscreen und auch von dort bis zum Systemstart. Wenn das System allerdings vollständig da ist, kann man durchaus flott arbeiten.

Insgesamt hat sich für mich der Umstieg auf dem Netbook nicht wirklich gelohnt. Für Kompletteinsteiger ist Mint aber bestimmt eine gute, weil noch einfachere Alternative zu Ubuntu.

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