Nein, ein Tablet ist kein Schulbuchersatz

Kürzlich beim Elternabend: Thema sind die schweren Schultaschen. Da meldet sich jemand zu Wort. Sind Tablets die Lösung für dieses Problem?

Man war sich schnell einig, dass sie es nicht sind.
Was die Schulbuchverlage aktuell anbieten, ist gelinde gesagt ein schlechter Scherz. Von einem Englisch-Lehrwerk habe ich eine E-Book-Lizenz erworben und bekam dann eigentlich nur eine Art PDF, eingesperrt in die App des Verlags. Möchte ich damit arbeiten, muss ich neben dem Buch eine Notiz- App öffnen, beides auf einem 10-Zoll-Bildschirm. Das ist Substitution at its worst. So ist das Tablet ein ärmlicher Ersatz.

Was ich erwarten würde

Meckern kann ja jeder. Aber was erwarte ich denn? Nun, bezogen auf das Englischbuch hätte ich da ein paar Ideen:
→ Integrierte MP3-Dateien, die sich direkt aus dem Buch aufrufen lassen. So können sich die Schüler das Hörbeispiel so oft anhören, wie sie es benötigen. Um die Binnendifferenzierung noch weiter zu treiben, könnte man auch noch Teiltranskripte für schwächere Schüler verlinken.
→ Die Möglichkeit, Aufgaben direkt in der App zu bearbeiten. Eine mögliche Umsetzung wäre analog zu den Anmerkungen in den gängigen PDF-Anwendungen.
→ Links aus dem Schulbuch zu den Übungen im Übungsheft.
Oder man macht es völlig anders: Schulen schließen mit den Verlagen Abonnements ab, die ihnen einen Zugang zu aktuellen, angepassten Texten bieten. Unser Lehrbuch für die Oberstufe enthält noch Texte über Barack Obama als junger Hoffnungsträger und die enge Bindung Großbritanniens an die EU.
Mit einem Abonnement könnten die Verlage regelmäßige Erlöse erzielen, und der dauernde Kampf gegen Schulbuchkopien wäre auch irgendwann vorbei.
Und dann können wir auch mal an die Rücken der Schüler denken.

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