Lucid Lynx – ein Fortschritt?

Jedes halbe Jahr erscheint eine neue Version von Ubuntu. Im April 2010 kam die Version 10.04, Codename Lucid Lynx, als Long Term Support Version heraus. Normalerweise zeichnet diese Versionen eine große Stabilität und Ausgereiftheit aus. Meine Erfahrungen sind da leider nicht ganz ungetrübt.Bevor ich den Ubuntu-Rechner im Schulnetz upgraden wollte, habe ich mein Netbook auf die neueste Version aktualisiert. Bis dahin war es sehr schön in die Schuldomäne integriert und konnte alles, was ich brauchte. Zwei neue Versionen trieben mich aber nun zum Wahnsinn:

  • OpenOffice 3.2 und
  • Likewise Open 5.4

Wie früher schon beschrieben, benutze ich Likewise Open zur reibungslosen Integration meiner Ubuntu-Rechner im Active Directory unseres Schulnetzes. Leider funktionieren einige wichtige Funktionen in der Ubuntu-Version von Likewise Open erstens anders als in den Vorversionen und zweitens – das ist sicher schlimmer – gar nicht. Der Pfad für die Homeverzeichnisse wurde ebenso verändert wie die Einstellung der Standdarddomäne. An die Stelle der Konfigurationsdateien trat eine Registry, die deutlich umständlicher zu bedienen ist. Schlimmer ist allerdings, dass die Veränderung der Werte in der Registry in der Ubuntu-Version nicht immer klappt.

Nach einigen Stunden habe ich dann der Ubuntu-Version von Likewise Open den Garaus gemacht und die neue Version 6 von der Herstellerhomepage genommen. Die ist zwar genauso umständlich, läuft aber wenigstens.

Härter traf mich allerdings die neue Version von OpenOffice (demnächst vielleicht LibreOffice). Seit dem vergangenen Schuljahr verwalte ich die Daten meiner Schüler in einer Base-Datenbank, mit der ich den größten Teil der Sommerferien 2009 verbracht habe. In OpenOffice 3.2 funktionierten dann plötzlich einige Formulare nicht mehr richtig, so dass ich sie verändern musste. Was aber schlimmer war: Der Report Builder für die Version 3.2 versteht den Großteil meiner Berichte nicht mehr und liefert nur leere Blätter. Witzigerweise funktionieren die zugrunde liegenden Abfragen einwandfrei.

Zuerst habe ich dann versucht, die Abfragen zu entschlacken und neu zu formulieren. Es half nichts, die Berichte blieben leer. Also habe ich dann auch OpenOffice von der Platte geworfen und auf die alte Version 3.1 downgegradet (gibt’s dafür eigentlich einen deutschen Begriff?).

Natürlich hat Ubuntu 10.04 auch einige schicke und gute Weiterentwicklungen an Bord, aber für mich persönlich waren diese beiden großen Bugs ein echter Showstopper. Jetzt bin ich froh, dass ich trotz des Upgrades wieder arbeiten kann. Ich hoffe aber, dass Canonical in der kommenden Zeit wieder besser ausgereifte und getestete Versionen auf den Markt wirft. Gerade wenn man versucht, seine Kollegen und Freunde an ein System wie Linux heranzuführen, werfen einen solche vermeidbaren Fehler immer wieder zurück.

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